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Thursday, December 15, 2011

AFTERNOON OF A WRITER/ NACHMITTAG EINES SCHRIFSTELLERS


  1. Von einem Dezember-Nachmittag handelt die 1987 von Peter Handke veröffentlichte Erzählung. Die Arbeit am Schreibtisch ist für diesen Tag beendet, sie wird erst am nächsten Vormittag fortgesetzt: eine Zwischenzeit also. In ihr ereignet sich nichts Besonderes, nichts Außergewöhnliches (immerhin, der erste Schnee des Jahres fällt). Aber gerade dieses noch nicht durch Bedeutungen Verstellte ist es, dem der Schriftsteller auf dem Gang von seinem Schreibtisch in die Stadt, von deren Zentrum zu deren Peripherie und auf dem Nachhauseweg seine Aufmerksamkeit widmet.

  2. http://www.suhrkamp.de/buecher/nachmittag_eines_schriftstellers-peter_handke_38168.html


  3. NACHMITTAG EINES SCHRIFTSTELLERS - NOTIZBUCH, 1986

    ... Werkbezüge Nachmittag eines Schriftstellers - Notizbuch, 1986 ...
  4. NACHMITTAG EINES SCHRIFTSTELLERS - NOTIZBUCH, 1986

    Nachmittag eines Schriftstellers (ab 1. Mai?) (Bl. I) ... Erzählung Die Wiederholung und seinen Notaten fürNachmittag eines Schriftstellers auch die Entwurfs- und Korrekturnotizen zum ... (kp) Nachmittag eines Schriftstellers - Notizbuch, 1986 ...
  5. NACHMITTAG EINES SCHRIFTSTELLERS (LETZTE TEXTFASSUNG), TYPOSKRIPT 2-ZEILIG, 71 BLATT, OHNE DATUM

    ... Nachmittag eines Schriftstellers ... Bei dieser vermutlich letzten Fassung von Peters HandkesNachmittag eines Schriftstellers handelt es sich um ein zweizeilig getipptes ...
  6. NACHMITTAG EINES SCHRIFTSTELLERS - NOTIZBUCH, 1986

    ... Werkbezüge Nachmittag eines Schriftstellers - Notizbuch, 1986 ... Eingetragene Werktitel (laut Vorlage):  "Nachmittag eines Schriftstellers" ...

http://handkeonline.onb.ac.at/search/node/nachmittag



Here a link to the entire text in Spanish:

http://scholar.googleusercontent.com/scholar?q=cache:27qvXtU5IbgJ:scholar.google.com/+handke+peter&hl=en&as_sdt=0,48

Von einem Dezember-Nachmittag handelt die 1987 von Peter Handke veröffentlichte Erzählung. Die Arbeit am Schreibtisch ist für diesen Tag beendet, sie wird erst am nächsten Vormittag fortgesetzt: eine Zwischenzeit also. In ihr ereignet sich nichts Besonderes, nichts Außergewöhnliches (immerhin, der erste Schnee des Jahres fällt). Aber gerade dieses noch nicht durch Bedeutungen Verstellte ist es, dem der Schriftsteller auf dem Gang von seinem Schreibtisch in die Stadt, von deren Zentrum zu deren Peripherie und auf dem Nachhauseweg seine Aufmerksamkeit widmet.
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 Obsessive Trek Of A Serious Writer

December 15, 1989|By Reviewed by Kerry Luft, A Tribune editor.
The Afternoon of a Writer
By Peter Handke
Translated from the German by Ralph Manheim
Farrar Straus Giroux, 96 pages, $14.95
  • The protagonist in Peter Handke`s latest novel is a nameless writer who suffers from a common affliction: the fear that his knack for language will suddenly desert him, never to return. To combat this fear he attacks his work relentlessly, living hermit-like with a nameless cat and venturing out into the world only in the afternoon for a daily walk. This slim book is a chronicle of the writer`s meanderings about his city, a successor of sorts to Handke`s nonfiction journal of his life in Paris,``The Weight of the World.`` New readers of Handke will find this book a fine introduction to the Austrian novelist, playwright and filmmaker. It is not as difficult as some of his more experimental works, such as ``The Left-Handed Woman,`` but it has the richness of language and detail that distinguishes his better novels.
To be sure, this is not a typical novel. There is not much conflict, not much action and a whole lot of wandering and observation. But it does capture the obsession of a working writer.
Here is Handke`s description of the protagonist leaving his home at the end of a hard morning of work:
``On his way to the garden gate, the writer suddenly turned around. He rushed into the house and up to his study and substituted one word for another. It was only then that he smelled the sweat in the room and saw the mist on the windowpanes.``
That ends a chapter. The next begins with the after-effects of the writer`s obsessive spasm:
``All at once, he was in less of a hurry. All at once, because of this one word, the whole empty house seemed warm and hospitable.``
Such details, scattered throughout the book, strike a reader-especially a reader who has tried to write-as both quirky and undeniably true. The writer proceeds to walk about the city, watching the early December snowfall, reading a newspaper in a restaurant. Detail, detail, detail-Handke piles one upon the other, and the effect is engrossing.
The culmination of the novel also is its high point. The writer has an appointment in a bar with a translator, who admits to having been a writer in the past. This translator is the dark side of the author, a writer who surrendered instead of perservering.
He explains why:
``I myself was a writer for many years. If you see me so happy today, it`s because I`m not one anymore. . . . At the end I broke off in the middle of a sentence without feeling, without perception, without rhythm. That sentence hit me like a verdict: You are forbidden to write. Forever. Nothing more of your own. . . . At last I can be a member of the cast, instead of having to act alone. . . .
``Yes, I still torture myself, but I no longer suffer torment and I no longer wait for my torment to cease so I can feel that I have a right to write. A translator has a certainty that he is needed.``
The writer understands too well this suffering, but his pain is not too painful for him to give up the quest, even as he asks himself, ``Who will tell me that I`m not nothing?``
The answer comes from within the writer, of course, and is ultimately as uplifting to the reader as the translator`s words are depressing: ``I started out as a storyteller. Carry on. Live and let live. Portray. Transmit. Continue to work the most ephemeral of materials, my breath: be its craftsman.``

  -
Dichter in der Fußgängerzone


Von Lüdke, Martin
Martin Lüdke über Peter Handke: "Nachmittag eines Schriftstellers" Martin Lüdke, 44, lebt als Literaturkritiker in Frankfurt. *
Da geht einer, der seine tägliche Arbeit getan hat, an einem Freitagnachmittag, Anfang Dezember, aus seinem Haus hoch oben am Berg hinunter in die Stadt, durch die belebten Gassen der Fußgängenone hindurch, an all den Leuten vorbei, die schwerbepackt, hastig, hechelnd ihre Weihnachtseinkäufe nach Hause schleppen. Er aber geht nur durch die Innenstadt hindurch und durch die äußeren Stadtbezirke, die Häuser rücken auseinander, erste Lagerhallen da und dort, Tankstellen, die Landschaft öffnet sich vor seinen Augen. Er bemerkt die spätherbstliche Färbung der Wiesen und Felder, der Bäume und Sträucher, die feinen Grauabstufungen ihrer Zweige. Er geht ziellos, doch dann, schreibt er: "Mit dem Plan eines Weges kam jetzt die Freude am Unterwegssein."
Das neue Buch von Peter Handke, "Nachmittag eines Schriftstellers", ist ein Bericht, schlicht, ehrlich, unprätentiös. _(Peter Handke: "Nachmittag eines ) _(Schriftstellers". Residenz-Verlag. ) _(Salzburg; 96 Seiten; 24 Mark. )
Eine Art Werkstattbericht fast, wobei der "Schriftsteller" allerdings seine Werkstatt mit sich herumschleppt. Handke erzählt hier von seinem Schreiben und von dem Preis, den er dafür zahlt, von seinem Leben, also dem, was bleibt, nach den Phasen intensiver Arbeit: das bißchen Müßiggang, das Schlendern durch die Stadt und ihre Umgebung. Die zweckfreie Wahrnehmung noch der alltäglichsten Dinge, unscheinbare Kleinigkeiten, wie sie zuweilen am Wegrand liegen und so, irgendwann, doch ins Schreiben einwandern. Das, was ist, soll - so begreift er Schreiben und Existenz - zu seinem Recht kommen. Ein nobles Ziel.
Der "Schriftsteller", schon im Gehen, "auf der Schwelle", wird noch deutlicher: Er wendet sich noch einmal zurück - "nach dem Schreibtisch, der ihm für einen Augenblick als ein Ort der Gerechtigkeit" erschien. Potzteufel, mag mancher Mitbürger denken, welch große Worte. Deshalb sollte man sie genau lesen. Immerhin heißt es: "für einen Augenblick". Handke weiß also offenbar, daß die Versöhnung, die er - schreibend - erstrebt, "Schein" bleiben muß, der allenfalls im Geschriebenen erstrahlt, auch wenn er auf seine Existenz zumindest zurückwirkt.
Sicher: kein gewöhnliches Leben. So ist in dem ganzen Buch auch nur von dem "Schriftsteller" die Rede. Das wirkt hochgestochen. Nun versichert Handke aber, daß er früher diese Bezeichnung "höchstens ironisch oder verlegen gebrauchte". Also: Es muß sich hier etwas verändert haben. Nicht unbedingt seine Haltung zum Schreiben oder seine "Furcht vor dem Stocken, dem Nichtweiter-Können", sondern eher, durchs Schreiben bedingt, seine Haltung zum Leben. Er bringt es selbst auf eine knappe Formel: "Also nicht: ''Ich als Schriftsteller'', vielmehr: ''Der Schriftsteller als ich"''. Ein Rollenspiel zunächst. "Schreiben", sagt Handke (in seinen auf weite Strecken lesenswerten Gesprächen mit Herbert Gamper, _(Peter Handke: "Aber ich lebe nur von den ) _(Zwischenräumen. Ein Gespräch, geführt ) _(von Herbert Gamper". Amman Verlag, ) _(Zürich; 274 Seiten; 30 Mark. )
sei für einen Schriftsteller "mit dem Leben eigentlich identisch".
Handke nimmt also seine Rolle nicht nur ernst. Er versucht, sie zu verkörpern. Seine Notizbücher, vom "Gewicht der Welt" über die "Geschichte des Bleistifts" bis hin zu den "Phantasien der Wiederholung", die seit Jahren seine eigentliche Arbeit, das Erzählen, begleiten, bestätigen diesen Befund. Er ergibt sich auch, überdeutlich, aus dem "Nachmittag eines Schriftstellers". Hier wird eine Haltung ausgestellt.
Da kommt es denn auch knüppeldick. Von Sanftmut und Güte, von Gerechtigkeit und Demut sogar, von hehren, lauteren Werten ist zu sprechen, die Handke aus einer Tradition von Literatur bezieht, der er sich, nach wie vor, verpflichtet sieht. Diese Haltung liefert sich ungeschützt dem Hohn der Mitbürger, draußen im Lande, aus. Ein billiges Vergnügen. Einer ist halt immer der Dumme. Allerdings handelt es sich hier, das wird häufig und gerne übersehen, um eine ästhetische Haltung, die sich (deshalb) nicht unmittelbar auf Gesellschaft bezieht. Sondern: auf das "Phantasieren in Gestaltfolgen", auf den "sanften Übergang" zwischen den Sätzen, auf "die Form des Erzählens". Erzählen, sagt Handke in den Gesprächen mit Gamper, "heißt ja immer Entwerfen einer menschenwürdigen Welt".
Der eilige Zeitgenosse, gut genug konditioniert, vermißt hier natürlich die Realität. Zu Recht. Seine zugerichtete Wirklichkeit wird sich in Handkes Erzählung kaum finden lassen. Realität schon. Und zwar: in den Brüchen dieser Haltung. In dem Jähzorn und der blinden Wut, in überraschenden Aggressionsschüben. Aus früheren Büchern kennen Handkes Leser das: da waren die unerwarteten Ausbrüche in der "Kindergeschichte" oder der gezielte Mord im "Chinesen des Schmerzes". An solchen Stellen geht es mit Handke durch, dort bricht, fast unvermittelt, Realität ein in seine "Gegenwelt". Dort wird sichtbar, wie schwierig es ist, diese Haltung durchzuhalten, im Leben wie im Schreiben.
Erst einmal ist es, wie mir scheint, Handke gelungen, die extremen Spannungen seiner (schreibenden/geschriebenen) Existenz ästhetisch befriedigend zu integrieren, in der großen, ja großartigen Erzählung "Die Wiederholung", die letztes Jahr, im Herbst, erschienen ist.
Diese Erzählung, eine doppelte Bewegung, nach vorn und zurück, vergegenwärtigt (s)eine Kindheit und führt zugleich, aus der Gegenwart heraus, zurück in das Land der slowenischen Vorfahren. Die Wiederholung wird auch zur Wiederholung. Der Erzähler folgt den Spuren seines verschollenen Bruders, eines Widerstandskämpfers.
Er folgt dabei auch der Spur einer unterdrückten Sprache. Die Wiederholung führt ihn zurück auf den magischen
Grund dieser Sprache: Die Wörter werden wieder als Zauberwörter, die sie in der Kindheit waren, erinnert, und ihr Zusammenhang schafft, aufs neue und anders, den Raum zurück, der mit der Kindheit verloren schien. Gegenwart und Geschichte werden so reflektiert und gebrochen. Die andauernde Unterdrückung des slowenischen Volkes, das niemals Nation war, Leiden und Aufbegehren, Mythos und Gegenwart, Natur- und Lebensgeschichte sind ineinander verflochten. Und damit auch: der anarchische Grundimpuls seines Schreibens, die blanke Wut und die Demut gegenüber Menschen und Dingen.
Der "Nachmittag eines Schriftstellers" ist nur ein kleines Nachspiel dazu. Es läßt sich auch als Kommentar zur "Wiederholung" lesen. Als eine Beschreibung und Begründung der Existenz dieses Schriftstellers. "Im Zeichen der Erzählung habe ich angefangen! Weitertun. Sein lassen. Gelten lassen. Darstellen. Überliefern. Weiter den flüchtigsten der Stoffe bearbeiten, deinen Atem; dessen Handwerker sein."
Wahrlich ein bescheidenes und zugleich großes Programm. Eine kleine Erzählung, die von nichts (fast nichts) handelt und (beinahe) von allem, von der Furcht des Autors, seine Sprache zu verlieren, von dem, was er den "Haß auf die Landschaftsmaler" nennt, von den Feldern und Wiesen, den Farben und Formen und immer wieder von dem Gefühl, das im (nachgestellten) Motto seinen Ausdruck findet: "... es ist alles da, und ich bin nichts" (Goethe, Tasso). Demut reizt. Das ist wahr. Wer sich (absichtlich) klein macht, bedarf einiger Größe.
Peter Handke: "Nachmittag eines Schriftstellers". Residenz-Verlag. Salzburg; 96 Seiten; 24 Mark. Peter Handke: "Aber ich lebe nur von den Zwischenräumen. Ein Gespräch, geführt von Herbert Gamper". Amman Verlag, Zürich; 274 Seiten; 30 Mark.


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