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Sunday, October 7, 2018

HANDKE GESAMMELTES WERK BIBLIOTHEK

https://www.suhrkamp.de/buecher/handke_bibliothek_i-peter_handke_42781.htmlhttps://www.suhrkamp.de/buecher/handke_bibliothek_i-peter_handke_42781.html


Peter Handke


https://klassikerforum.de/forum/thread/5356-werkausgabe-peter-handke/


Vierzehn schöne Leinenbände, verteilt auf drei Schuber: 12,5 Kilogramm. So liegt jetzt – fast – das Gesamtwerk Peter Handkes, geboren 1942 in Griffen in Kärnten, vor dem Betrachter. Er ist einer der Autoren meiner Generation. Als ich 1966 sein Sprechstück „Publikumsbeschimpfung“ im Frankfurter Theater am Turm sah, war ich völlig hingerissen. So etwas hatte ich niemals zuvor gesehen. Ich hatte nicht einmal an die Möglichkeit gedacht, dass ein solches Stück möglich wäre. Keine Handlung, keine Personen, kein Drama. Ein Befreiungsschlag. 

CTD


 http://www.fr.de/kultur/literatur/peter-handke-idee-bild-klang-a-1596124
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 https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/plus182130402/Selbstversuch-Das-Handke-Experiment.htmlDas Handke-Experiment
 | Lesedauer: 7 Minuten
Feuilletonredakteur
Austrian writer and film director Peter Handke looks after the presentation of his 1978 film "The Left-Handed Woman" during the Estoril Film Festival in Estoril, outskirts of Lisbon, on November 11, 2009. AFP PHOTO/ FRANCISCO LEONG (Photo credit should read FRANCISCO LEONG/AFP/Getty Images)Austrian writer and film director Peter Handke looks after the presentation of his 1978 film "The Left-Handed Woman" during the Estoril Film Festival in Estoril, outskirts of Lisbon, on November 11, 2009. AFP PHOTO/ FRANCISCO LEONG (Photo credit should read FRANCISCO LEONG/AFP/Getty Images)
Abends gab es Pilzsuppe
Quelle: AFP/Getty Images
Lies das Frühwerk, sagten meine Freunde. Nicht das esoterische Spätwerk. Peter Handke war mir bis vor Kurzem vollkommen egal. Dann beschloss ich, sein Gesamtwerk zu lesen. Innerhalb von zwei Tagen.
Ich bin mit Peter Handke gerudert, ich habe mit ihm Pilze gegessen, ich bin mit ihm durch den Wald gegangen, ich habe mit ihm auf dem Sofa gesessen und an die Wand gestarrt. Ich bin mit ihm durchs kaputte Berlin gelaufen. Ich war mit ihm in Kronberg im Taunus und im Elfenbeinturm.
Die Wahrheit ist natürlich: Ich bin über keinen See gerudert, in keiner Kärntner Abendstimmung, sondern saß auf der Rudermaschine vorm Fernseher. Die Pilze habe ich nicht im Wald gefunden, sondern im Bioladen gekauft, das Berlin war das unter dem Himmel, verfilmt von Wim Wenders, Drehbuch Peter Handke, wo Bruno Ganz als Engel den Gedanken der Menschen lauscht. Nur der Waldspaziergang war echt, dabei habe ich der „Linkshändigen Frau“ zugehört, sehr schön gelesen von Maren Kroymann. Es spielt in einem kaum verbrämten Kronberg, wo Peter Handke in den Siebzigerjahren eine Zeit lang gewohnt hat.

Er ist der Mont Blanc

Bei Suhrkamp erscheint in diesen Tagen Handkes Gesamtwerk, in vielfarbiges Leinen gebunden, blau, grün, anders gelb, in einem Schuber, der jedes Regal dominiert. Das dürfte im Sinne des Poeten sein. Wenn man sich die deutsche Literatur des ausgehenden 20. Jahrhunderts als Alpen vorstellt, dann ist Handke der Mont Blanc. Ich habe ihn nie gelesen. Obwohl Freunde mich beschworen: Lies „Die linkshändige Frau“, „Wunschloses Unglück“, also den frühen Handke, nicht das esoterische Spätwerk. Zwecklos. Es gab keine elektrische oder mesmerische oder überhaupt irgendeine Anziehung.
Reich-Ranicki, mit dem Handke den einen oder anderen Zwist hatte, hat über einen anderen Schriftsteller gesagt: „Nie ein Zeile von ihm gelesen. Eindeutig seine Schuld.“ So geht mir das mit Handke. Das heißt, ging. Einmal wollte ich es noch probieren, ihm noch eine Chance geben, indem ich das Gesamtwerk verschlingen würde, zwei Tage lang, möglichst Tag und Nacht. Gerechtigkeit für Handke sozusagen, in Abwandlung seiner „Winterlichen Reise“, von 1996, die im Untertitel „Gerechtigkeit für Serbien“ hieß.
Da sind wir gleich beim heißesten Eisen der Handke-Rezeption, das selbst seine, nun ja, glühendsten Fans nicht anfassen mögen. In meinem Handke-Binge-Watching (denn nur Lesen war es ehrlich gesagt nicht, das war einfach zu anstrengend, sondern auch Fernsehen, Hörbuchhören und Internet-Gucken) kam ich logischerweise auch darum nicht herum.
Dr. Jan Küveler beim Lesen des Buches von Peter Handke für LW
Wunschloses Unglück: Handke im Spätsommer
Quelle: Dr. Jan Küveler
Egal ob in Texten oder Interviews, er laviert herum, ist immer einen Fingerbreit von der Suggestion entfernt, die von Milosevic und den Serben ausgehenden Massaker, etwa in Srebrenica, habe es nie gegeben. In seinem Nachtrag zur „Gerechtigkeit für Serbien“ lässt er die Hauptfigur zur Abkühlung in die Drina springen und kommentiert: „Kein Wasser, siehe die Wasserleichengeschichten, in den Mund kommen lassen!“ Man muss kein Germanist sein, um hier Verhöhnung von Opfern zu erkennen. Der „Spiegel“ vergaß damals vor Wut seine guten Manieren und fragte: „Kann man den Mann nicht einfach brabbeln lassen wie einen wirren Greis?“ Und fügte gehässig hinzu: „Mal ehrlich: Wer von uns hat ein Handke-Buch – sagen wir, der letzten 20 Jahre – von vorn bis hinten durchgelesen und nicht nur weithin sichtbar im Regal drapiert?“
Wie gesagt, zum Drapieren eignet sich die neue Gesamtausgabe perfekt, aber ich wollte es wirklich probieren mit dem Von-vorn-bis-Hinten. Dass es damit nur halb gut geklappt hat, lag an widrigen Einflüssen wie Sozialleben, Antipathie und Langeweile. Aber eine große Portion Handke war trotzdem drin, zwischen Rudern, Joggen, Staubsaugen und Kochen. Immerhin gab es abends Pilzsuppe, das heißt, eigentlich Linsensuppe, aber mit Pilzen drin.
Die Saitlinge und Shiitake habe ich dabei beinahe so weihevoll geschnitten wie Handke die Steinpilze in der zwei Jahre alten Dokumentation „Bin im Wald. Kann sein, daß ich mich verspäte“, die den Dichter beim Monologisieren in seinem Haus in der Nähe von Paris beobachtet. Das scharfe S im Titel ist nicht das einzige Zugeständnis an den Geist der Reaktion. Computer, wie jede Art sanft surrender Technologie, „erotisieren“ ihn nicht, sagt Handke, in seinem Vorortgarten Maronen pulend. Selbst die Metaphern klaubt er deswegen mühsam aus halb vergessener Agrikultur zusammen: Garben einbringen, Ähren lesen.

Kein Blockbuster

Überhaupt pusselt er in einem fort an etwas herum, nicht nur an der Landwirtschaft entlehnten Stilfiguren, sondern auch an ihren Erzeugnissen, immer wieder Pilzen, über die er mindestens ein Buch geschrieben hat, einen seiner berühmten „Versuche“, aber auch an Federn oder Stickereien. Einmal müht er sich minutenlang, ein Stück Garn durch ein Nadelöhr zu fädeln. Dass der Film kein Blockbuster sein würde, ahnte ich schon vorher. Auch bei anderen Schriftstellern explodiert nichts. Aber bei niemanden explodiert so wenig wie bei Peter Handke. Kurz überlege ich, ein Streichholz an den Band mit dem Titel „Prosa 1“ zu halten, um zu sehen, ob wenigstens er Feuer fängt.
Ein paar Mal in den anderthalb Stunden ist die Stimme der Regisseurin Corinna Belz zu hören. Wann immer sie etwas fragt oder einen Witz versucht, weist der Dichter sie streng zurecht oder, nächste Eskalationsstufe des unverstandenen Genies, schaut sie an mit einem Cocktail-Blick aus einem Teil Unglauben, einem Teil Verachtung und einem Teil Verzweiflung über so viel Dummheit. Dazwischen doziert der Meister, bedächtig nach Worten tastend, über Gott und die Welt, in einem Sound zwischen Großspurigkeit und Depression. In einer Szene steht er mit seiner Tochter Amina an einem Flussufer. „Weißt du, was das für eine Farbe ist?“, fragt sie, auf ihren Mantel deutend. „Das ist Rot, oder?“, fragt Handke.
Ich muss an eine Szene aus der „Linkshändigen Frau“ denken, die ich vorhin sozusagen zum Frühstück verspeist habe. Da spielen „der Großvater“ und „das Kind“ ein Spiel. Das Kind „zeigte auf verschiedene Gegenstände“ und fragt nach ihrer Farbe. Handke schreibt: „Der Großvater antwortete oft falsch. Das Kind: ‚Du bist immer noch farbenblind?‘ Der Großvater: ‚Ich habe nur nie gelernt, Farben zu sehen.‘“
ARCHIV - Der österreichische Schriftsteller Peter Handke am 22.11.2012 in Salzburg (Österreich) im Rahmen eines Interviews mit der APA-Austria Presse Agentur. Er feiert am 06.12.2017 seinen 75. Geburtstag. (zu dpa ««Ich bin ja auch ein Stümper»: Literat Peter Handke wird 75» - Wiederholung am 05.12.2017) Foto: Barbara Gindl/APA/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ |
Ein alter knorriger Baum?
Quelle: picture alliance / Barbara Gindl/APA/dpa
Womöglich ist das Handkes Problem mit Serbien, denke ich, den Ruderschweiß aus dem Nacken wischend. Vielleicht ist er politisch gar nicht blind, sondern hat nur nie gelernt, richtig zu sehen.
Überhaupt verwandelt sich viel, was gemeinhin als naturgegeben gilt, im Handke-Kosmos in einen Willensakt. In der „Linkshändigen Frau“ schreibt das Kind einen Schulaufsatz mit dem Titel „Wie ich mir ein schöneres Leben vorstelle“. Darin heißt es: „Von allen Freunden gibt es jeweils vier, und die Leute, die man nicht kennt, verschwinden. Alles, was man nicht kennt, verschwindet.“
In „Die Lehre der Sainte-Victoire“ (1980), die eine neue Phase seines Schaffens einleitet, variiert Handke das Thema, indem er zustimmend Cézanne zitiert: „Es steht schlecht. Man muss sich beeilen, wenn man überhaupt noch etwas sehen will.“
Typisch Handke: Das Sehen als Willensakt und/oder als Hit-and-Run vor der Apokalypse. Die Welt verschwindet, damit sie vom imaginierenden, halluzinierenden Ich neu befüllt werden kann, zum Beispiel mit vervielfältigten Freunden. Als der Erzähler von „Der kurze Brief zum langen Abschied“ den Brief von seiner Frau erhält, die ihm mitteilt, dass es aus sei und er sie nicht suchen kommen möge, denkt er bei sich: „Der Brief war sehr lange unterwegs. Ob sie inzwischen tot ist?“

Ich brauche eine Pause

Die Leute, die man nicht kennt, verschwinden. Das Kind ist erwachsen geworden. Zum Beweis spendiert ihm Handke die vielleicht traurigste Masturbationsszene der Literaturgeschichte: „Es dauerte sehr lange, und manchmal machte ich die Augen auf und schaute zu dem Milchglasfenster des Badezimmers hinüber, auf dem sich die Schatten der Birkenblätter auf und ab bewegten. Als der Samen endlich herauskam, knickte ich in den Knien ein.“
Es ist, als ob Handke selbst ein alter knorriger Baum wäre, deren Äste sich bedächtig im Wind wiegen. Er umgibt sich mit Pilzen und Federn und denkt sich die Welt leer, bis auf ein paar befreundete Töchter und Serben. Ich brauche eine Pause. Dann, versprochen, kommt das Spätwerk dran.
Peter Handke: Handke Bibliothek I: Bde. 1–9, Prosa, Gedichte, Theaterstücke. Suhrkamp, 7008 S., 198 €.





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